Zugproben-Vorbereitung aus Blechen
Normenproben nach ISO6892, DIN 50125, ASTM, GOST, JIS und andere Normen
Jedes Prüfergebnis ist nur so zuverlässig, wie die Reproduzierbarkeit
der Probe. Ist die Probe nicht normgerecht hergestellt kann dies
durch die hochwertigste Prüfmaschine nicht kompensiert werden.
Die Anbieter von Zugprüfmaschinen haben den steigenden Prüfanforderungen
Rechnung getragen und stellen mittlerweile (als Standard) hochgenaue,
elektronische geregelte Maschinen mit Softwareauswertung her. Für die
exakte Prüfung werden meist hochwertige Komponenten der höchsten
Güteklasse 0,5 eingesetzt. Dabei werden Kraftmesszellen höchster
Genauigkeit, Tastarmdehnungsmesser , die die Verlängerung bis zum Bruch
(mindestens bis Ag), berührungslose Messsysteme wie Videodehnungsmesser
oder Laser Speckle Dehnungsmesser und Querkontraktionsmesser geliefert.
Teilweise werden diese Ausstattungen in automatisch arbeitende
Prüfsysteme (mannlose Prüfung) mit Stapelmagazinen, Robotern und
anschließender Datenverarbeitung integriert - in der Großindustrie ist
dies fast Standard. Der Werkstoffprüfer wird durch die Aufbereitung
aller Material - Kennwerte bis hin zur fertigen Dokumentation weitgehend
entlastet.
Grundvoraussetzung korrekter und reproduzierbarer Prüfergebnisse ist
jedoch der Prüfling selbst.
Stanzen ist bei der Herstellung von Flachzugproben heute fast Standard.
Und hier tritt die erste Unsicherheit auf. Alle nationalen +
internationalen Normen inklusive EN 10002 sagen aus: "Eine durch Stanzen
entstandene kaltverfestigte Randzone ist abzuarbeiten... Die Norm
sagt jedoch nicht, wie weit die Kaltverfestigung in das Material
hineinreicht.
In der Praxis rechnet man bei Exzenterpressen, die
prinzipiell eine hohe Stanzgeschwindigkeit aufweisen, mit einer
kaltverfestigten Randzone von bis zu 35% je Seite. Man stanzt also mit
bis zu 2 mm Aufmaß und fräst die Randzone ab. Ein zeitraubendes
Verfahren und die Probe als Prüfling entspricht in vielen Fällen nicht
der Norm. Eine vorgeschriebene Rautiefe von 6,3 p R / Rz lässt sich nur
durch hochwertige CNC Fräsmaschinen erreichen.
Anders sieht es bei langsam schneidenden, hydraulischen Stanzen /
Pressen aus. Da hierbei zudem noch mit Dachschnitt gestanzt wird, dringt
die Kaltverfestigung zu nur maximal 10% der Blechdicke je Seite ein.
Zahlreiche Gefügeuntersuchungen belegen dies.
Andere Verfahren (Laserschneiden, Wasserstrahlschneiden, Drahterodieren
u. a. scheiden meist gänzlich aus - siehe
Grenzen, Vor-/Nachteile des Probenvorbereitung.
Die nachstehenden Aufnahmen zeigen die Eindringtiefe der
Kaltverfestigung (hydraulische Stanzung). Man kann hier gleichsetzen:
Gefügeverformung = Kaltverfestigung. Die Fotos wurden mittels Mikroskop
entsprechender Vergrößerung aufgenommen. In entsprechendem Maßstab ist
das Raster eingezeichnet. |