Extensometer für Zugversuche

Extensometer erfassen bei Zugversuchen die Längenänderung / Breitenänderung einer Probe. Die normgerechte Durchführung von Zugversuchen nach ISO 6892 oder ISO 527 erfordert neben der Zugprüfmaschine zwingend den Einsatz eines Extensometers, da nur so das E-Modul sowie Kenngrößen wie die Dehngrenze Rp0,2 sicher bestimmt werden können. Je nach Messprinzip unterscheidet man zwischen taktilen, kontaktierenden Extensometern und kontaktlosen, optischen Extensometern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Taktile Extensometer erfassen die Dehnung über Messschneiden, die direkt an der Probe anliegen. Je nach Bauart eignen sie sich zur präzisen Bestimmung des E-Moduls, der Dehngrenze und weiterer Dehnungskennwerte.

  • Optische Extensometer verfolgen Messmarken oder Speckle-Muster auf der Probe berührungslos. Dadurch wird die Dehnung ohne mechanischen Kontakt gemessen – ohne Beeinflussung der Probe und ohne Verschleiß durch Messschneiden.

  • Anklemm-Extensometer besitzen in der Regel einen begrenzten Messweg. Sie werden vor allem zur Bestimmung des E-Moduls, der Dehngrenze und weiterer Kennwerte im niedrigen Dehnungsbereich eingesetzt.

  • Langweg-Extensometer verfügen über einen deutlich größeren Messweg und können bei geeigneter Ausführung bis zum Bruch an der Probe verbleiben. Dadurch lassen sich auch hohe Dehnungen und die Bruchdehnung erfassen.

  • Querdehnungsaufnehmer messen die Breitenänderung der Probe. In Verbindung mit der Längsdehnung ermöglichen sie unter anderem die Bestimmung des senkrechten Anisotropiekoeffizienten r, der insbesondere für die Beurteilung des Umformverhaltens von Blechen von Bedeutung ist. Der Verfestigungsexponent n wird dagegen aus der Spannungs-Dehnungs-Kurve bestimmt.

    Als Synonyme für Extensometer werden häufig die Begriffe Dehnungsmesser und Dehnungsaufnehmer verwendet.

MFA 2 Anklemm-Extensometer - sehr robust

MFA2

MFA2 doppelseitig

MFA 2 Mini Anklemm-Extensometer für kurze Proben

MFA2 mini

MFA2mini doppelseitig

MFA 25 Anklemm-Extensometer u. a. für Zugversuche an Kunststoff

MFA25

MFA 20 Extensometer für Zugversuche an Betonstahl

MFA20

MFS extensometer für Zugveruche an unbearbeiteten Schrauben

MFS

MFI Extensometer für Seile

MFI für Seile

MicronXT

MFX 200 automatischer Extensometer für Zugversuche

MFX 200

MFX 500 automatischer Extensometer für Zugversuche

MFX 500

ELAST

MFHT 5 Extensometer für Hochtemperatur am Ofen angesteckt

MFHT5

MFL Extensometer

MFL

MFQ-H1

MFQ Extensometer

MFAQ-H2

MFQ A automatischer Quer-Dehnungsmesser Breitenreduzierung im Zugversuch

MFQ A

Welcher Extensometer eignet sich für welche Anwendung?

Die normgerechte Durchführung von Zugversuchen nach ISO 6892, ISO 527 und anderen Normen erfordert neben einer Zugprüfmaschine in der Regel den Einsatz eines Extensometers. Diese Zusatzausrüstung ist für die sichere und normgerechte Bestimmung des E-Moduls sowie der daraus abgeleiteten Kenngrößen unabdingbar: bei Metallen betrifft dies die Dehngrenzen Rp0,2 (Rp0,01, Rp1,0 und Rp0,5) sowie die Streckgrenze, bei Kunststoffen die Streckspannung und Streckdehnung. Extensometer lassen sich grundsätzlich nach ihrem Messprinzip unterscheiden: taktile, kontaktierende Geräte, die über Schneiden an der Probe geklemmt werden, und kontaktlose, optische Geräte, die Messmarken oder Speckle-Muster berührungsfrei verfolgen. Innerhalb beider Gruppen entscheiden Messweg und Auflösung darüber, welche Kenngrößen ermittelt werden können.

  • Anklemm-Extensometer besitzen meist einen geringen Messweg und eignen sich zur Bestimmung von E-Modul und Dehngrenzen Rp, nicht jedoch für die Bruchdehnung.
  • Langweg-Extensometer mit hoher Auflösung <1 µm verfügen über einen großen Messweg und ermöglichen somit die Bestimmung von Gleichmaß- und Bruchdehnung.
  • Langweg-Extensometer mit geringerer Auflösung eignen sich für die Dehnungsmessung an Elastomeren und Gummi, jedoch nicht für die Bestimmung des E-Moduls.
  • Video-Extensometer und Laser-Speckle-Extensometer mit hoher Auflösung decken denselben Funktionsumfang wie hochauflösende Langweg-Extensometer ab, jedoch ohne mechanischen Kontakt zur Probe.

Taktile (kontaktierende) Extensometer

Taktile Extensometer werden vor Versuchsbeginn mittels Schneiden direkt an der Zugprobe fixiert. Sie unterscheiden sich grundlegend in Messweg und Auflösung, wodurch sich unterschiedliche Anwendungsfelder ergeben.

Anklemm-Extensometer

Anklemm-Extensometer werden vor Versuchsbeginn an die Zugprobe angelemmt und besitzen in der Regel einen begrenzten Messweg von typischerweise bis 2 mm. Nach der Bestimmung des E-Moduls und der Schädigungsgrenzen ReH, Rp0,01, Rp0,2, Rp1,0 oder Rt0,5 wird dieser Extensometertyp während des laufenden Versuchs wieder abgenommen. Im eigentlichen Sinn handelt es sich bei diesen Geräten daher nicht um Extensometer zur Bestimmung der plastischen Dehnung bis zum Bruch, sondern um Auswertegeräte für E-Modul und Rp0,2. Da der Messweg begrenzt ist, wird eine Dehnung im eigentlichen Sinne nicht erfasst. 

Um die Bruchdehnung dennoch normgerecht bestimmen zu können, muss die metallische Zugprobe vor dem Versuch mittels z. B. einer Teileinrichtung markiert werden. Nach dem Bruch wird die Probe zusammengefügt und die Dehnung Lu mit einem Messschieber gemessen. Die Norm ISO 6892 erlaubt dabei die Erhöhung des berechneten L0 auf die nächsthöhere Schrittweite von 5 oder 10 mm, etwa von 52,1 mm auf 55 mm.

MFA2

  • Extrem genaue Dehnungsmessung durch DMS-Technik
  • Robust gegen Probenbruch – auch bei sprödem Bruchverhalten
  • Le 30 oder 50 mm, Sonderlängen auf Anfrage
  • Günstig und einfach in der Handhabung

Der MFA2 ist ein Anklemm-Extensometer auf Basis von Dehnungsmessstreifen (DMS) zur Bestimmung von E-Modul und Rp0,2, zusätzlich auch Rp0,01 und Rp1,0. Durch seine robuste Bauweise übersteht er auch den Probenbruch spröder Werkstoffe wie Aluminium-Druckguss, GFK oder CFK, ohne dabei Schaden zu nehmen. Damit gehört er zu den genauesten Anklemm-Extensometern am Markt, „immer“ präziser als ein vergleichbarer Langweg-Extensometer.

Merkmale

  • Messprinzip: Dehnungsmessstreifen (DMS)
  • Le 30 oder 50 mm, auf Anfrage spezielle Le-Werte zwischen 25 und 100 mm
  • Günstige Anschaffung, einfache Handhabung
  • Keine Werte für Ag, Agt, A – Handvermessung erforderlich

MFA2 doppelseitig

  • Wie MFA2, zusätzlich mit Kompensation des Biegeeinflusses
  • Doppelseitiger Anklemm-Extensometer
  • Normkonforme E-Modul-Bestimmung
  • Vorgeschrieben für Versuche nach NATCAP

Der MFA2 doppelseitig entspricht in Aufbau und Genauigkeit dem MFA2, kompensiert jedoch zusätzlich elektromechanisch den Biegeeinfluss. Durch die doppelseitige Anordnung des Anklemm-Extensometers wird eine normkonforme E-Modul-Bestimmung sichergestellt, wie sie unter anderem für Versuche nach NATCAP vorgeschrieben ist.

Merkmale

  • Messprinzip: Dehnungsmessstreifen (DMS), doppelseitig
  • Elektromechanische Kompensation des Biegeeinflusses
  • Le 30 oder 50 mm, auf Anfrage spezielle Le-Werte zwischen 25 und 100 mm
  • Vorgeschrieben für normkonforme Versuche, z. B. nach NATCAP

MFA2 mini

  • Extrem genaue Dehnungsmessung durch DMS-Technik
  • Kompakter Le-Bereich von 10 bis 80 mm
  • Geringfügig günstiger als der MFA2
  • Nicht so robust wie der MFA2

Der MFA2mini basiert auf derselben DMS-Technik wie der MFA2 und ist damit ebenfalls extrem genau, deckt jedoch einen kleineren Le-Bereich von 10 bis 80 mm ab. Er ist geringfügig günstiger als der MFA2, dafür aber nicht so robust: Anders als der MFA2 eignet er sich nicht für Zugversuche an bruchempfindlichen Werkstoffen wie Aluminium-Druckguss oder GFK-Kunststoffen.

Merkmale

  • Messprinzip: Dehnungsmessstreifen (DMS)
  • Le 10 bis 80 mm
  • Einfache Handhabung, geringfügig günstiger als MFA2
  • Keine Werte für Ag, Agt, A – Handvermessung erforderlich
  • Nicht geeignet für Probenbruch bei spröden Werkstoffen (z. B. Alu-Druckguss, GFK)

MFA2 mini doppelseitig

  • Wie MFA2mini, zusätzlich mit Kompensation des Biegeeinflusses
  • Doppelseitiger Anklemm-Extensometer
  • Normkonforme E-Modul-Bestimmung
  • Vorgeschrieben für Versuche nach NATCAP

Der MFA2mini doppelseitig entspricht dem MFA2mini, kompensiert jedoch zusätzlich elektromechanisch den Biegeeinfluss. Die doppelseitige Bauweise ermöglicht eine normkonforme E-Modul-Bestimmung, wie sie beispielsweise für Versuche nach NATCAP vorgeschrieben ist.

Merkmale

  • Messprinzip: Dehnungsmessstreifen (DMS), doppelseitig
  • Elektromechanische Kompensation des Biegeeinflusses
  • Le 10 bis 80 mm
  • Vorgeschrieben für normkonforme Versuche, z. B. nach NATCAP

MFA25

  • Bestimmung von E-Modul, Rp0,2, Streckspannung und Streckdehnung
  • Großer Messweg bis 25 mm – geeignet für harte und mittelharte Kunststoffe
  • Bruchdehnung bis 50 % (bei Le 50) messbar
  • Lineare Alternative: MFA12,5

Der MFA25 verfügt über einen deutlich größeren Messweg von unter 25 mm als der MFA2 und eignet sich damit speziell für harte bis mittelharte Kunststoffe, deren Bruchdehnung unter 50 Prozent bei Le 50 liegt. Neben E-Modul und Rp0,2 lassen sich mit ihm auch Streckspannung und Streckdehnung bestimmen. Durch die Scherenbewegung des Messarms ist die Linearität geringer als beim MFA2, als lineare Alternative steht die Ausführung MFA12,5 zur Verfügung.

Merkmale

  • Messweg bis 25 mm (Option MFA12,5: etwas linearer)
  • Bestimmung von E-Modul, Rp0,2, Streckspannung, Streckdehnung
  • Geeignet für harte und mittelharte Kunststoffe
  • Einfache Handhabung, etwas teurer als MFA2

MFA20

  • Speziell für Draht und Betonstahl konzipiert
  • Großer, linearer Messweg unter 20 mm
  • Bestimmung von Ag, Agt, A100, A200, E-Modul, ReH, Rp0,2
  • Günstigste Lösung für Betonstahlprüfung

Der MFA20 ist speziell für die Dehnungsmessung an Draht und Betonstahl konzipiert und verfügt über kreisförmig angeordnete Schneiden sowie einen großen, linearen Messweg von unter 20 mm. Er ermöglicht die Bestimmung von Ag, Agt, A100 und A200 sowie von E-Modul, ReH und Rp0,2 und gilt als günstigste Lösung für Betonstahl-Prüfungen. Über ein Stecksystem lässt sich die Anfangsmesslänge Le variabel einstellen, optional mit Verlängerung auf Le 100 oder Le 200.

Merkmale

  • Kreisförmig angeordnete Schneiden für Draht und Betonstahl
  • Linearer Messweg unter 20 mm
  • Le variabel über Stecksystem einstellbar, Option Le 100 oder Le 200
  • Nur für größere Le geeignet (ab Le 50, Option Le 40)
  • Komfortable Handhabung, etwas teurer als MFA2 und MFA25

MFS

  • Speziell für Verlängerungsmessung an Schrauben entwickelt
  • Misst die Verlängerung der gesamten Schraube in mm
  • Erfordert Senkung an Kopf und Fuß der Schraube
  • Spezielles Spannzeug mit Fenster erforderlich

Der MFS wurde speziell von SCHÜTZ+LICHT für die Verlängerungsmessung an Schrauben entwickelt. Gemessen wird die Verlängerung der gesamten Schraube in Millimetern, nicht in Prozent. Für die prozentuale Dehnungsmessung an abgedrehten Schrauben empfiehlt sich stattdessen der MFA2 oder MicronXT. Die Schrauben benötigen im Kopf- und Fußbereich eine Senkung, vergleichbar mit der Senkung für eine Drehbank, zudem ist ein spezielles Spannzeug mit Fenster oberhalb und unterhalb der Schraube erforderlich.

Merkmale

  • Messgröße: Verlängerung der gesamten Schraube in mm
  • Erfordert Senkung in Kopf und Fuß der Schraube
  • Spezielles Spannzeug mit Fenster oberhalb/unterhalb der Schraube nötig
  • Für prozentuale Dehnung an abgedrehten Schrauben: MFA2 oder MicronXT empfohlen

MFI für Seile

  • Konzipiert für die Dehnungsmessung an Seilen
  • Sichere Klemmung durch kreisförmige Schneidenanordnung
  • Muss nach Übergang in die Plastizität abgenommen werden
  • Geeignet für hohe Bruchenergien

Der MFI ist speziell für die Dehnungsmessung an Seilen konzipiert. Die kreisförmige Anordnung der Schneiden sorgt für eine sichere Klemmung auf der Seiloberfläche. Da Seile beim Bruch mit teils extremer Energie reißen können, muss das Gerät nach dem Übergang in die Plastizität von der Probe abgenommen werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Merkmale

  • Kreisförmige Schneidenanordnung für sichere Klemmung auf Seilen
  • Konzipiert für hohe Bruchenergien
  • Muss nach Übergang in die Plastizität entfernt werden

MFHT5

  • Hochtemperatur-Dehnungsmesser bis 1700 °C nach ISO 6892-2
  • Messsystem auf DMS-Basis mit hoher Linearität
  • Direkte Befestigung am Hochtemperaturofen
  • Nur für E-Modul, Rp0,2 und Rp1,0 einsetzbar

Der MFHT5 ist ein Hochtemperatur-Dehnungsmesser für Zugversuche bei Temperaturen bis 1700 Grad Celsius nach ISO 6892-2. Das hochwertige Messsystem arbeitet mit Dehnungsmessstreifen (DMS) und bietet dadurch eine deutlich bessere Linearität als induktive Hochtemperatur-Dehnungsmesser. Die Befestigung erfolgt direkt am Hochtemperaturofen, ein gesonderter Haltearm ist nicht erforderlich, was das Handling gegenüber vergleichbaren Systemen verbessert. Verfügbar für Le 25 und Le 50 mm, mit integrierter Andrucksystem-Wippe zum Ausgleich gekrümmter Proben.

Der MFHT5 eignet sich ausschließlich für die Bestimmung von E-Modul, Rp0,2 und Rp1,0.
Ag, Agt oder A lassen sich damit nicht messen, diese Werte müssen manuell vermessen werden.
Die Keramikarme des Geräts erfordern eine sensitive Handhabung.

Merkmale

  • Messprinzip: Dehnungsmessstreifen (DMS)
  • Temperaturbereich: bis 1700 °C
  • Le 25 oder Le 50 mm
  • Andrucksystem mit integrierter Wippe zum Ausgleich gekrümmter Proben
  • Einsetzbar für E-Modul, Rp0,2, Rp1,0 (keine Messung von Ag, Agt, A – erfordert Handvermessung)
  • Keramikarme, sensitive Handhabung erforderlich

Langweg-Extensometer

Langweg-Extensometer erreichen eine Messauflösung, die mit der von Anklemm-Extensometern vergleichbar ist, verbleiben jedoch deutlich länger auf der Zugprobe. Je nach Einspannvorrichtung können sie bis zum Überschreiten der Gleichmaßdehnung (Ag) oder sogar nahezu bis zum Probenbruch eingesetzt werden und ermöglichen dadurch auch eine präzise Bestimmung der Bruchdehnung.

Häufig wird angenommen, dass ein Extensometer bis zum Bruch an der Probe verbleiben müsse, um die Bruchdehnung korrekt zu erfassen. Dies ist jedoch weder erforderlich noch empfehlenswert. Die Tastarme sollten kurz vor dem Bruch geöffnet werden, um Beschädigungen durch die elastische Rückfederung oder herausgeschleuderte Probenteile zu vermeiden.

Das Öffnen der Tastarme nach Überschreiten der Gleichmaßdehnung beeinflusst die Bestimmung der Bruchdehnung nicht, sofern die verbleibende Dehnung bis zum Bruch über den Traversenweg oder ein anderes geeignetes Wegsignal erfasst und der Anfangsmesslänge L₀ korrekt zugeordnet wird. Die Software Labtest kalkuiert die Dehnung ensprechend dieser Bereiche:
A. reslutierend aus der Verlängerung bis zum Kraftmaximum (Ag)
B. der Überlappung der Rest- / Einschürungsdehnung bis der Extensometer öffnet
C. dem Traversenweg

MFX200

  • Referenzklasse der hochauflösenden Langweg-Extensometer
  • Vollautomatischer Betrieb inkl. Le-Einstellung und Zentrierung
  • Messweg 200 mm abzüglich Le
  • Bestimmung aller relevanten Kennwerte bis zur Bruchdehnung

Der MFX200 gehört zur Referenzklasse hochauflösender Langweg-Extensometer. Er arbeitet vollautomatisch: Die Messarme öffnen und schließen selbstständig, die Anfangsmesslänge Le wird automatisch eingestellt und das System zentriert sich selbstständig zur Zugprobe bzw. zu den Spannköpfen. Mit einem Messweg von 200 mm abzüglich Le und einer Auflösung von 0,1 µm eignet sich der MFX200 zur hochpräzisen Bestimmung von E-Modul, Rp0,2, ReH, Ag, Agt, A5,65 und A80.

Für die Ermittlung der R- und n-Werte kann der MFX200 zusätzlich mit einem manuellen oder vollautomatischen Querdehnungsmesser ausgestattet werden.

Merkmale

  • Auflösung: 0,1 µm
  • Messweg: 200 mm abzüglich Le
  • Vollautomatisches Öffnen/Schließen, automatische Le-Einstellung und Zentrierung
  • Bestimmung von E-Modul, Rp0,2, ReH, Ag, Agt, A5,65, A80
  • Erforderlich bei R+N-Wert-Messung mit manuellem Querdehnungsmesser

MFX500 (Tastarm-Extensometer)

  • Referenzklasse der Langweg-Extensometer mit größerem Messweg
  • Vollautomatischer Betrieb inkl. Le-Einstellung und Zentrierung
  • Messweg 500 mm abzüglich Le
  • Bestimmung aller relevanten Kennwerte bis zur Bruchdehnung

Der MFX500 gehört ebenso wie der MFX200 zur Referenzklasse der Langweg-Extensometer und verfügt über dieselbe automatische Funktionsweise: automatisches Öffnen und Schließen der Messarme, automatische Le-Einstellung sowie automatische Zentrierung zu den Spannköpfen. Der entscheidende Unterschied liegt im deutlich größeren Messweg von 500 mm abzüglich Le, wodurch sich der MFX500 besonders für Proben mit hoher Dehnung eignet. Bestimmt werden E-Modul, Rp0,2, ReH sowie Ag, Agt, A5,65 und A80.

Für die Ermittlung der R- und n-Werte kann der MFX200 zusätzlich mit einem manuellen oder vollautomatischen Querdehnungsmesser ausgestattet werden.

  • Auflösung: 0,1 µm
  • Messweg: 500 mm abzüglich Le
  • Vollautomatisches Öffnen/Schließen, automatische Le-Einstellung und Zentrierung
  • Bestimmung von E-Modul, Rp0,2, ReH, Ag, Agt, A5,65, A80
  • Erforderlich bei R+N-Wert-Messung mit manuellem Querdehnungsmesser

MFL

  • Top-Produkt der Referenzklasse Langweg-Extensometer
  • Vollautomatischer Betrieb inkl. Le-Einstellung und Zentrierung
  • Messweg 200 mm abzüglich Le
  • Kompatibel mit automatischem Querdehnungsmesser MFQ-A

Der MFL ist das Top-Produkt der Referenzklasse der Langweg-Extensometer. Wie MFX200 und MFX500 arbeitet er vollautomatisch, mit automatischem Öffnen und Schließen der Messarme, automatischer Le-Einstellung und automatischer Zentrierung zu den Spannköpfen. Der Messweg beträgt 200 mm abzüglich Le, bestimmt werden E-Modul, Rp0,2, ReH sowie Ag, Agt, A5,65 und A80. Anders als MFX200 und MFX500 ist der MFL für den Einsatz mit dem automatischen Querdehnungsmesser MFQ-A vorgesehen, sofern zusätzlich ein R+N-Wert benötigt wird.

Merkmale

  • Auflösung: 0,1 µm
  • Messweg: 200 mm abzüglich Le
  • Vollautomatisches Öffnen/Schließen, automatische Le-Einstellung und Zentrierung
  • Bestimmung von E-Modul, Rp0,2, ReH, Ag, Agt, A5,65, A80
  • Erforderlich bei R+N-Wert-Messung mit automatischem Querdehnungsmesser MFQ-A

MicronXT

  • Rauschfreie Auflösung von 0,01 µm durch hochpräzisen Glasmaßstab
  • Vollautomatischer Betrieb mit automatischem Öffnen, Schließen und Positionieren der Messarme
  • Automatische Einstellung der Anfangsmesslänge L₀ für genormte Zugproben, z. B.:
    – Feinblech A80 (Blechdicke < 3,0 mm, L₀ = 80 mm)
    – Rundproben A5,65 (Ø 10 mm, L₀ = 50 mm)
    – Betonstahl A100 (L₀ = 100 mm)
  • Einer der wirtschaftlichsten Langweg-Extensometer weltweit zur Bestimmung der Bruchdehnung

ank seiner außergewöhnlich hohen Auflösung, der hohen Messgenauigkeit und des großen nutzbaren Messwegs eignet sich das System für die präzise Bestimmung aller relevanten Kennwerte der Zugprüfung, darunter Elastizitätsmodul (E), ReH, Ae, Rp0,01, Rp0,2, Rp1,0, Ag, Agt sowie Bruchdehnung A.

Der Extensometer ist für Zug-, Druck- und zyklische Prüfungen ausgelegt. Für Prüfungen an Folien, Garnen und anderen sehr flexiblen Werkstoffen empfehlen wir den berührungslosen VideoXT.

Die Montage erfolgt auf der Rückseite der Universalprüfmaschine. Die Halterung ist wahlweise mit einem oder zwei Gelenken erhältlich. Das zweite Gelenk ermöglicht das vollständige Ausschwenken des Extensometers, beispielsweise zum Einsatz eines Hochtemperaturofens oder anderer Prüfaufbauten.

Bei einsäuligen Universalprüfmaschinen kann der Extensometer wahlweise links oder rechts am Maschinenrahmen montiert werden.

Geeignet für eine Vielzahl von Werkstoffen: Metalle Kunststoffe Faserverbundwerkstoffe Holz Betonstahl Draht Textilien und viele weitere Materialien

Leistungsmerkmale

  • Rauschfreie Messauflösung von 0,01 µm über den gesamten Messhub
    durch linearen optischen Glasmaßstab mit Absolutmesssystem
  • Keine Referenz- oder Nullfahrt erforderlich – jederzeit sofort messbereit
  • Stufenlos einstellbarer Schneidenabstand ab 10 mm
  • Sekundenschnelle Einstellung der Anfangsmesslänge Le/L₀
  • Automatischer Betrieb (Öffnen + Schließen der Messarme im Prüfablauf)
  • Automatische Rückkehr in die Startposition nach jeder Prüfung
  • Unterstützt Methode A (Dehnregelung) nach DIN EN ISO 6892-1
  • Ausschwenkbare Konstruktion: Der MICRON kann aus dem Arbeitsbereich
    geschwenkt werden, sodass Druck-, Biege- oder Hochtemperaturprüfungen
    sowie andere Prüfwerkzeuge ohne Demontage des Extensometers durchgeführt werden.
  • Geeignet für Zug-, Druck- und zyklische Prüfungen
Micron XT Exensometer
Micron XT Exensometer

ELAST – Gummi + hochdehnbare Werkstoffe

Der ELAST wurde speziell für die Dehnungsmessung an Gummi, Elastomeren, Schäumen und anderen stark dehnbaren Werkstoffen entwickelt. Mit einem Messweg von bis zu 1.000 mm und einer frei einstellbaren Anfangsmesslänge von 10 bis 100 mm eignet er sich besonders für Zugversuche mit sehr großen Verformungen.

Die beiden Messarme arbeiten mit hochauflösenden Encodern und üben nur eine sehr geringe, einstellbare Kraft von ca. 0,1 N auf die Probe aus. Runde oder keilförmige Messschneiden, die drehbare Probenaufnahme sowie die einfache Einstellung der Messbasis sorgen für eine hohe Flexibilität bei unterschiedlichen Probenformen.

Der ELAST wird direkt an der Prüfmaschine montiert, kann bei Bedarf aus dem Arbeitsbereich geschwenkt werden und benötigt weder Druckluft noch eine zusätzliche externe Stromversorgung.

  • Messbereich: bis 1.000 mm
  • Anfangsmesslänge: 10–100 mm
  • Auflösung: 10 µm
  • Genauigkeit: bis Klasse 0,5 nach ISO 9513

ELAST – Download PDF

Hinweis: Für Gummi und Elastomere wird der Elastizitätsmodul in den einschlägigen Prüfnormen (z. B. ISO 37 oder ASTM D412) nicht bestimmt, da diese Werkstoffe kein linear-elastisches Werkstoffverhalten aufweisen. Die Auflösung des ELAST von 10 µm ist daher für die normgerechte Dehnungsmessung vollkommen ausreichend. Eine deutlich höhere Auflösung von etwa 1 µm oder besser ist erst dann erforderlich, wenn der Elastizitätsmodul gemäß Norm an Werkstoffen mit linear-elastischem Verhalten (z. B. Metallen oder technischen Kunststoffen) bestimmt werden soll.

Kontaktlose, optische Extensometer

Optische Extensometer verfolgen Messmarken oder Speckle-Muster auf der Probenoberfläche berührungsfrei und kommen ohne mechanischen Kontakt zur Probe aus. Dadurch entsteht kein Verschleiß an der Probe, und auch empfindliche oder sehr dünne Materialien lassen sich ohne Beeinflussung durch das Messgerät prüfen.

Video-Extensometer (Video-XT)

Der Video-XT ist ein von GALDABINI entwickelter, kontaktloser Video-Extensometer zur hochpräzisen, bidirektionalen Erfassung der Längsdehnung, optional auch der Querkontraktion. Er erfüllt die Anforderungen der ISO 9513 in Güteklasse 0,5 sowie ASTM E83 B1, je nach verwendetem Objektiv. Da die Probe nicht kontaktiert wird, ist der Video-XT universell einsetzbar und für nahezu alle Werkstoffe und Bauteilformen geeignet, darunter Stahl, Kunststoff, Gummi, Harze, Drähte, Seile, Drahtseile, Polyurethanschaum sowie Halbzeuge und Fertigprodukte mit duktilen oder hochfesten Eigenschaften.

Da keine Kraft durch Gewicht oder Klemmung auf die Probe einwirkt, eignet sich das System auch für dünnste Proben, Folien oder Drähte. Der Video-XT ist zudem für alle Versuchsarten nutzbar, also für Zug-, Druck- und Biegeversuche sowie für Zyklen- und Hystereseversuche, und lässt sich dank Sichtfenster auch in Thermokammern einsetzen.

Ermöglicht wird die vollständige Dehnungsmessung bis zum Bruch, einschließlich E-Modul, Rp0,2, Ag und Bruchdehnung bis unter 50 Prozent. Le beziehungsweise L0 sind frei wählbar, im Lieferumfang enthalten sind diverse Le-Markierungen sowie ein Marker zur einfachen Probenmarkierung. Die Messmarken werden automatisch erkannt. Optional steht ein Software-Modul zur Bestimmung des R+N-Werts nach EN 10113 oder EN 10275 beziehungsweise zur Ermittlung der Poissonzahl zur Verfügung.

VECTOR Video-Extensometer

Allen sonstigen Video-Extensometern überlegene Technik:

  • Sofortige automatische Erfassung des errechneten L0
  • Keine Distanz-Kalibrierung da Stereo-Kamera Distanzkorrektur
  • Das Messsignal (digital) ist unvergleichlich rauschfrei
  • Einschalten, SOFORT startklar: KEINE Einstellung von
    Kamera-Abstand, Blende, Beleuchtung, Polarisation etc.

L0 -Einstellung / Findung: Automatisch, variabel L0 im Fleckenmuster
Ausgangsmesslängen     : 20 bis 180 mm
Sichtfeld                            : 200 mm
Dehnungen (Beispiele)    : L0 20 bis 700% | L0 50 – 300% | L0 80 – 150%
Auflösung / Güteklasse   : 0,5 µm | ISO 9513: 0,5 | ASTM E 83 Klasse B1
Art der Messmarken        : Kreise o. Flecken (stochastisches Stempel-Muster)
Markierdauer je Probe     : Stempeln <2 Sek. je Probe (Markierung 10 Proben)
Maschinen-Anbindung    : Digital rauschfrei

Querdehnungsmesser

Für Umformprozesse, insbesondere für Tiefziehprozesse, ist die Bestimmung der Querdehnung von zentraler Bedeutung. Mit Querdehnungsmessern wird die Taillenbildung beziehungsweise Einschnürung der Probe erfasst und daraus der R+N-Wert bestimmt. So darf beispielsweise ein Blech während des Tiefziehprozesses nicht zu stark ausdünnen, um einen Riss zu vermeiden.

MFQ H2

  • Günstiges Anklemm-Gerät für normkonforme R+N-Wert-Messung
  • Zwei Messsysteme mit Mittelwertbildung
  • Hochgenau gegenüber anderen Systemen

Der MFQ H2 ist ein günstiges Anklemm-Gerät zur normkonformen Messung der R+N-Werte. Er verfügt über zwei Messsysteme, deren Werte per Y-Kabel gemittelt werden, und ist damit anderen Systemen in der Genauigkeit überlegen.

Merkmale

  • Zwei Messsysteme mit Mittelwertbildung über Y-Kabel
  • Normkonforme Messung der R+N-Werte
  • Günstige Anklemm-Lösung

MFQ H1

  • Wie MFQ H2, jedoch mit nur einem Messsystem
  • Normkonforme R+N-Wert-Messung
  • Kostengünstige Einstiegslösung

Der MFQ H1 entspricht in Aufbau und Funktion dem MFQ H2, verfügt jedoch nur über ein einzelnes Messsystem statt der Mittelwertbildung über zwei Systeme.

Merkmale

  • Ein Messsystem (kein Y-Kabel-Mittelwert)
  • Normkonforme Messung der R+N-Werte
  • Günstigste MFQ-Variante

MFQ A

  • Automatisch anklemmendes Querdehnungsmessgerät
  • Zwei Messsysteme mit Mittelwertbildung
  • Kombination mit Langweg-Extensometer

Der MFQ A klemmt komfortabel automatisch an die Probe und ermöglicht ebenfalls die normkonforme Messung der R+N-Werte. Auch dieses Gerät verfügt über zwei Messsysteme, deren Werte per Y-Kabel gemittelt werden, und ist damit anderen Systemen in der Genauigkeit überlegen. Der MFQ A wird in Kombination mit einem Langweg-Extensometer eingesetzt.

Merkmale

  • Automatisches Anklemmen an die Probe
  • Zwei Messsysteme mit Mittelwertbildung über Y-Kabel
  • Normkonforme Messung der R+N-Werte
  • Einsatz in Kombination mit einem Langweg-Extensometer

Verbleib des Extensometers an der Probe bis zum Bruch

Ob die Tastarme eines Extensometers bis zum Bruch an der Probe verbleiben können, hängt vom Typ der Zugprüfmaschine und der Art des Spannzeugs ab. Bei einer hydraulischen Zugprüfmaschine mit Plungerkolben ist ein Verbleib bis zum Bruch grundsätzlich nicht möglich: Sobald die Probe bricht, insbesondere bei geringer Dehnung ohne nennenswerte Einschnürung, wird die gespeicherte Energie schlagartig frei. Der Plungerkolben verfährt dadurch mit hoher Geschwindigkeit und reißt die Tastarme mit, was über kurz oder lang zur Zerstörung des Extensometers führt. Zudem besitzen ältere Zugprüfmaschinen häufig nur ein Keilspannzeug, das die Probe nach dem Bruch nicht mehr fixiert, wodurch sie herausfällt oder sogar fortgeschleudert wird.

Damit die Probe beim und nach dem Bruch sicher in Position gehalten wird, ist entweder ein kostenintensives hydraulisches Spannzeug oder eine sonstige starre Einspannung erforderlich, etwa für Proben mit Schulter- oder Gewindekopf. Diese Spannmittel müssen die Probe mittels Kontermutter oder pneumatisch betätigtem Stößel bei Bruch in Position fixieren. Zudem darf das Querhaupt der Maschine nicht stark beschleunigen, was hydraulische Prüfmaschinen mit Plungerkolben ausschließt. Moderne hydraulische Universalprüfmaschinen mit Doppelkolben sind hierfür hingegen geeignet.

Selbst bei geeigneter Einspannung ist mit einem höheren Verschleiß der Schneiden zu rechnen, sofern die Messung bis zum Bruch erfolgen soll. Dieser Verschleiß kann bereits nach wenigen Versuchen einsetzen, da die Probe sowohl plastisch als auch elastisch verformt wird. Bricht die Probe am Ende des Versuchs, entspannt sich der elastische Anteil innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde, wodurch die Probe unter den Schneiden des Extensometers stark beschleunigt wird. Dieser Rückzug, bei Stahl üblicherweise rund 0,3 Prozent der Gesamtdehnung, erfolgt so schnell, dass ein rechtzeitiges Öffnen der Messarme praktisch ausgeschlossen ist. Die Probe schießt dadurch an den klemmenden Schneiden vorbei und stumpft diese zunehmend ab.

Durch einen pneumatischen Kolben wird der Gewindekopf-Spannadapter sicher auf Position gehalten (erforderlich sofern der Dehnungsmesser bis zum Bruch an der Probe verbleiben muss).

Warum sollten Tastarme vor dem Bruch geöffnet werden?

Die Gesamtdehnung einer Stahlprobe setzt sich aus drei Anteilen zusammen: dem elastischen Anteil, der sich nach dem Bruch wieder zusammenzieht, der Gleichmaßdehnung Ag beziehungsweise Agt bis zum Kraftmaximum, bei der sich der gesamte parallele Bereich gleichmäßig dehnt, sowie der Dehnung im Einschnürungsbereich Z, die ab Überschreiten der Höchstkraft Rm ausschließlich im Fließbereich auftritt.

Der elastische Anteil entspricht letztlich der gespeicherten Energie, die bei Probenbruch schlagartig freigesetzt wird. Erfolgt der Bruch ohne jegliche Einschnürung, geschieht dies nahezu explosionsartig. Dies ist typisch für Werkstoffe wie Grauguss, Aluminiumguss, gehärtete Materialien oder glasfaserverstärkte Kunststoffe, deren Bruchdehnung oft nur bei rund 2 Prozent liegt und die keine Einschnürung zeigen. Bei diesen Werkstoffen ist der Schock auf das Messgerät meist besonders hoch, weshalb von einem Tastarm-Extensometer grundsätzlich abgeraten wird. Besser geeignet ist hier ein Anklemm-Dehnungsmesser, insbesondere der Dehnungsmesser vom Typ MFA2, der eine Bruchdehnung bis etwa 2 mm Messweg erfassen kann, auf Anfrage auch als MFA3 lieferbar. Eine offizielle Herstellerfreigabe für den Verbleib bis zum Bruch besteht dafür zwar nicht, aus der Praxis ist jedoch bekannt, dass dieser Dehnungsmesser bei entsprechend fixierter Probe ohne Schaden bis zum Bruch verbleiben kann. Eine kleine Sicherungskette verhindert dabei, dass das Gerät bei einem Schlag herunterfällt.

Für Tastarmgeräte gilt allgemein die Empfehlung, die Messarme bereits vor dem Bruch zu öffnen. Dies ist ohne Verfälschung der Dehnungswerte möglich, sofern die Arme deutlich nach Überschreiten von Ag geöffnet werden. Der Grund dafür liegt in der unterschiedlichen Erfassung und Kombination der Messwerte verschiedener Messsysteme: Bis zur Höchstkraft dehnt sich die Probe im gesamten parallelen Bereich gleichmäßig, wobei die Dehnung stets auf die Ausgangslänge L0 bezogen werden muss. Deshalb ist der Verbleib des Extensometers bis zum Erreichen von Ag unabdingbar. Nach Überschreiten der Höchstkraft Rm beginnt sich die Probe zunehmend einzuschnüren, wobei jede weitere Verlängerung ausschließlich im Fließbereich an der späteren Bruchstelle erfolgt. Zahlreiche Versuche des Herstellers GALDABINI haben bestätigt, dass es ab diesem Zeitpunkt unerheblich ist, welches Messsystem die weitere Verlängerung erfasst, sei es der Extensometer selbst oder alternativ das Traversenweg-Messsystem der Zugprüfmaschine.

Wann verursacht der Verbleib fehlerhafte Ergebnisse?

Nicht jeder Zugversuch endet mit einem Bruch in der Probenmitte. Je nach Werkstoff oder Probengeometrie können Einschnürung und Bruch auch in der Nähe der Probenköpfe oder sogar außerhalb der Anfangsmesslänge Le auftreten.

Erfolgt der Bruch unmittelbar neben den Messschneiden, wird ein Teil der Einschnürungsdehnung vom Extensometer nicht mehr erfasst. Liegt die Bruchstelle vollständig außerhalb der Messschneiden, geht die gesamte Dehnung nach Erreichen der Gleichmaßdehnung (Ag) für das Extensometer verloren.

Bis zur Höchstkraft Rm wird die Dehnung innerhalb der Messlänge Lc bzw. Lv weiterhin korrekt als Gleichmaßdehnung erfasst. Nach Überschreiten von Rm findet die weitere Verformung jedoch außerhalb des Messbereichs statt. In der Spannungs-Dehnungskurve zeigt sich deshalb nach Ag beziehungsweise Rm kein weiterer horizontaler Dehnungsanstieg. Stattdessen kann die gemessene Dehnung sogar geringfügig zurückgehen, da sich der zwischen den Messschneiden liegende Probenabschnitt infolge der elastischen Entlastung verkürzt.

Erreicht die Probe dennoch die nach der jeweiligen Prüfnorm geforderte Mindestbruchdehnung, bleibt der Versuch gültig. Wird die geforderte Bruchdehnung dagegen nicht erreicht, muss der Versuch hinsichtlich der Bruchdehnung verworfen werden. Die bis dahin bestimmten Kennwerte wie ReH, Rp0,2 und Rm bleiben jedoch gültig und können weiterhin ausgewertet werden.

Eine nachträgliche Bestimmung der Bruchdehnung wäre in diesem Fall nur durch das manuelle Zusammenfügen der Probenhälften möglich – vorausgesetzt, die Probe wurde vor der Prüfung mit einer normgerechten Anfangsmesslänge markiert.

Automatisches Öffnen nach Ag erhöht die Ausbeute gültiger Zugversuche. Da die Dehnung nach dem Öffnen über den Traversenweg fortgeführt wird, wird auch eine außerhalb der Messschneiden auftretende Einschnürung erfasst. Insbesondere bei hochfesten Stählen, Aluminiumlegierungen oder Proben mit ungünstigem Bruchort kann dadurch ein ansonsten zu wiederholender Zugversuch vermieden werden. Das spart Prüfzeit, reduziert Ausschuss und erhöht die Prozesssicherheit.

Ist die Bruchdehnung ein wesentliches Kriterium eines Zugversuchs?

Die Dehnung wird als Versuchsergebnis in der ISO 6892-1 genannt, ihre Berechnung ist exakt beschrieben. Würde die Konstruktion oder Statik eines Bauteils jedoch auf Bruchdehnungswerten basieren, müsste sich der Konstrukteur auf Messwerte verlassen, die weit hinter der ersten Schädigungsgrenze des Materials liegen. In der Praxis ist die Bruchdehnung daher lediglich ein Indikator für die allgemeine Dehnfähigkeit eines Werkstoffs. Das wesentliche Ergebnis eines jeden Metallzugversuchs ist die Schädigungsgrenze, also die Streckgrenze ReH oder die Dehngrenze Rp0,2. Auf dieser Basis lässt sich kalkulieren, bis zu welcher Belastung ein Material eingesetzt werden kann, ohne dass eine Schädigung eintritt.

Lediglich bei Umformprozessen stellt die Dehnung ein wesentliches Kriterium dar. Auch hier ist jedoch nicht die Bruchdehnung A das entscheidende Kriterium, sondern der Wert Ag: Er gibt an, bis zu welcher Dehnung ein Material, etwa ein Tiefziehblech, gedehnt werden kann, ohne dass eine partielle, ungewollte Dehnung auftritt, die das Werkstück lokal schwächen und beispielsweise die Wandstärke eines Autoblechs unter die zulässige Toleranz absinken lassen würde. Die reinen Zahlenwerte der Bruchdehnung werden in der Praxis daher häufig überbewertet, während ihre eigentliche Bedeutung meist darin liegt, die Mindestanforderungen einer Stahlgüte zu erfüllen. Zu berücksichtigen ist zudem, dass die ISO 6892-1 eine Rundung der Dehnungswerte auf 0,5 Prozent vorsieht.

Beschaffung: Extensometer für GALDABINI-Prüfmaschinen

Sie benötigen einen Extensometer oder Dehnungsmesser für Ihre Zugprüfmaschine? Gerne bieten wir Ihnen die passende Ausstattung an.

Zu beachten ist dabei, dass die Anbindung dieser Ausstattung an fremde Maschinen ausgeschlossen ist: Wettbewerber unterstützen weder mit elektronischen Plänen noch mit den erforderlichen Passwörtern für die Software-Einbindung. Eine Einbindung ist daher ausschließlich möglich für von uns angebotene GALDABINI-Neumaschinen, für von uns durchgeführte Modernisierungen hydraulischer oder mechanischer Universalprüfmaschinen sowie für DOLI-Elektroniken mit DOLI-Software.

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Anklemm-Dehnungsmesser

Anklemm-Dehnungsmesser

Langweg-Extensometer

Langweg-Extensometer

Anklemm-Dehnungsmesser
Quick-Link Anklemm-Extensometer

Anklemm-Dehnungsmesser

Spezial-Extensometer
Quick-Link spezielle Anklemm-Extensometer

Spezial-Extensometer

Vorlagen
Quicklink Langweg-Extensometer

Vorlagen

Video-Dehnungsmesser
Quicklink Video-Extensometer

Video-Dehnungsmesser

Hochtemperatur Extensometer
Quick-Link MFHT Hochtemperatur

Hochtemperatur Extensometer

Quer-Dehnungsmesser
Quicklink Quer-Dehnungsmesser

Quer-Dehnungsmesser

MFA2
E-Modul + Rp0,2 (0,01 /1.0)

MFA2

  • extrem genau (DMS – Technik)
    „immer“ genauer als Langweg-Extensometer
  • robust gegen Probenbruch (Alu-Druckguss GFK CFK
  • Le 30 + 50, Option: Spezielle Le 20 bis 100 mm
  • günstig, einfache Handhabung
  • keine Werte Ag, Agt, A: Handvermessung
MFA2 doppelseitig
wie MFA2 + Kompensation Biegeeinfluss

MFA2 doppelseitig

  • wie vor, aber:
    doppel-seitiger Anklemm-Extensometer:
    zur elektro-mechanischen Kompensation
    des Biegeeinflusses
    zur normkonformen E-Modul-Bestimmung
    und für Versuche nach
    NATCAP etc. vorgeschrieben
MFA2mini
wie MFA2 aber Le ab 10mm

MFA2mini

  • extrem genau (DMS – Technik)
    „immer“ genauer als Langweg-Extensometer
  • Le 10 – 80 mm
  • geringfügig günstiger als MFA2
  • einfache Handhabung
  • keine Werte Ag, Agt, A: Handvermessung
  • nicht so robust wie MFA2
MFA2mini doppelseitig
wie vor, aber Kompensation Biegeeinfluss

MFA2mini doppelseitig

  • wie vor
    jedoch doppel-seitiger Anklemm-Extensometer:
    Elektro-mechanische Kompensation Biegeeinfluss (NATCAP etc. vorgeschrieben)
PDF MFA2
PDF MFA2 mini
PDF MFA25

PDF MFA25

PDF MFA20

PDF MFA20

PDF MFS

PDF MFS

PDF MFI

PDF MFI

Micron 2
Halbautomat: AUF + ZU / Le Klick-In

Micron 2

  • weltweit günstigster Extensometer A%
  • hochauflösender Messweg 0,05µm
  • autom. Schließen / Öffnen Messarme
  • Manuelle Le-Einstellung 3 Sekunden
  • Bestimmung E-Modul Rp0,2 AL
  • Bestimmung Ag, Agt, A5,65, A80…
  • Pflicht @ Querdehnungsmesser R+N
MFX200
MFX200 Vollautomat: AUF ZU / Le (L0)

MFX200

  • Referenzklasse der HQ- Langweg-Extensometer
  • hochauflösender Messweg 0,1µm
  • automatisches Schließen / Öffnen der Messarme
  • automatische Le-Einstellung
  • automatische Mitteneinstellung zu den Spannköpfen
  • Bestimmung E-Modul, Rp0,2 …, Reh, AL
  • Bestimmung Ag, Agt, A5,65, A80…
  • Messweg 200 mm (abzüglich Le)
  • Erforderlich falls R+N Wert gewünscht und ein manueller Querdehnungsmesser genutzt wird
Tastarm-Extensometer
MFX500 Vollautomat: AUF ZU / Le (L0)

Tastarm-Extensometer

  • Referenzklasse der HQ- Langweg-Extensometer
  • hochauflösender Messweg 0,1µm
  • automatisches Schließen / Öffnen der Messarme
  • automatische Le-Einstellung
  • automatische Mitteneinstellung zu den Spannköpfen
  • Bestimmung E-Modul, Rp0,2 …, Reh, AL
  • Bestimmung Ag, Agt, A5,65, A80…
  • Messweg 500 mm (abzüglich Le)
  • Erforderlich falls R+N Wert gewünscht und ein manueller Querdehnungsmesser genutzt wird
MFL
MFL Vollautomat: AUF ZU / Le (L0)

MFL

  • „Top of the Top“ HQ- Langweg-Extensometer
  • hochauflösender Messweg 0,1µm
  • automatisches Schließen / Öffnen der Messarme
  • automatische Le-Einstellung
  • automatische Mitteneinstellung zu den Spannköpfen
  • Bestimmung E-Modul, Rp0,2 …, Reh, AL
  • Bestimmung Ag, Agt, A5,65, A80…
  • Messweg 200 mm (abzüglich Le)
  • Erforderlich falls R+N Wert gewünscht und ein automatischer Querdehnungsmesser MFQ-A genutzt wird
PDF MicronXT

PDF MicronXT

PDF - MFX200 Extensometer

PDF – MFX200 Extensometer

PDF MFX500

PDF MFX500

Top-Produkt der Referenzklasse Langweg-Extensometer

Top-Produkt der Referenzklasse Langweg-Extensometer

MFA25

MFA25

  • Bestimmung E-Modul, Rp0,2, Streckspannung, Streckdehnung
  • großer Messweg < 25 mm: Dadurch geeignet für harte / mittelharte Kunststoffe zur Bestimmung
    u. a. Bruchdehnung (< 50% bei Le 50)
  • Option MFA12,5 = linarer
  • einfache Handhabung (ungünstiger als MFA2)
  • durch Scherenbewegung weniger linear als MFA2
MFA20
Betonstahl

MFA20

  • kreisförmige angeordnete Schneiden für Draht / Betonstahl
  • großer, linearer Messweg < 20 mm: Bestimmung Ag, Agt, A100, A200
  • günstigste Lösung für Betonstahl (!): Messung E-Modul, ReH, Rp0,2
  • durch Stecksystem variables Le einstellbar
  • Option: Le Verlängerung für Le 100 oder Le 200
  • nur für große Le geeignet ab Le 50 (Option Le 40)
MFS

MFS

  • speziell für SCHÜTZ+LICHT konzipierter Dehnungsmesser, dient der Verlängerungsmessung an Schrauben
  • Speziell wird die Verlängerung der ganzen Schraube (mm) gemessen
    (zur Messung % Dehnung an abgedrehten Schrauben empfehlen wird die Verwendung MFA2 / MicronXT
  • die Schrauben müssen im Kopf / Fuß eine Senkung erhalten (wie Senkung für Drehbank)
  • spezielles Spannzeug mit „Fenster“ oberhalb / unterhalb der Schraube erforderlich
MFI für Seile
Seile

MFI für Seile

  • konzipiert für die Dehnungsmessung an Seilen
  • sichere Klemmung auf Seilen durch kreisförmige Anordnung der Schneiden
  • Seile zerreißen mit (extremer) Energie – Gerät muss nach dem Übergang in die Plastizität abgenommen werden
Video-XT Kamera
Video-Extensometer

Video-XT Kamera

Video-XT Videodehnungsmesser
Zugprobe in Thermokammer

Video-XT Videodehnungsmesser

Video-XT an Maschine
Zugprüfmaschine mit Video-Extensometer

Video-XT an Maschine

PDF Video-Extensometer
PDF MFHT HT-Extensometer

MFA2

Der MFA2 ist ein extrem genauer Anklemm-Dehnungsmesser auf DMS-Basis zur Bestimmung von E-Modul und Rp0,2 (sowie Rp0,01 und Rp1,0). Er ist robust gegenüber Probenbruch und eignet sich daher auch für spröde Werkstoffe wie Aluminium-Druckguss, GFK oder CFK. Verfügbar mit Le 30 oder 50 mm, auf Anfrage auch mit speziellen Le-Werten zwischen 20 und 100 mm. Werte für Ag, Agt und A müssen manuell vermessen werden.

MFA2 doppelseitig

Diese Variante entspricht dem MFA2, kompensiert jedoch zusätzlich elektromechanisch den Biegeeinfluss. Der doppelseitige Anklemm-Extensometer ermöglicht damit eine normkonforme E-Modul-Bestimmung und wird unter anderem für Versuche nach NATCAP vorgeschrieben.

MFA2mini

Der MFA2mini basiert auf derselben DMS-Technik wie der MFA2, deckt jedoch einen kleineren Le-Bereich von 10 bis 80 mm ab. Er ist geringfügig günstiger, jedoch nicht so robust wie der MFA2. Auch hier müssen Ag, Agt und A manuell vermessen werden.

MFA2mini doppelseitig

Wie der MFA2mini, jedoch mit elektromechanischer Kompensation des Biegeeinflusses für normkonforme Versuche, etwa nach NATCAP.

MFA25

Der MFA25 verfügt über einen größeren Messweg von unter 25 mm und eignet sich damit für harte bis mittelharte Kunststoffe mit einer Bruchdehnung von unter 50 Prozent bei Le 50. Neben E-Modul und Rp0,2 lassen sich damit auch Streckspannung und Streckdehnung bestimmen. Durch die Scherenbewegung ist die Linearität geringer als beim MFA2, als lineare Alternative steht die Option MFA12,5 zur Verfügung.

MFA20

Der MFA20 ist speziell für Draht und Betonstahl konzipiert und verfügt über kreisförmig angeordnete Schneiden sowie einen großen, linearen Messweg von unter 20 mm. Er ermöglicht die Bestimmung von Ag, Agt, A100 und A200 sowie E-Modul, ReH und Rp0,2 und gilt als günstigste Lösung für Betonstahl. Über ein Stecksystem lässt sich das Le variabel einstellen, optional auch mit Verlängerung auf Le 100 oder Le 200.

MFS

Der MFS wurde speziell von SCHÜTZ+LICHT für die Verlängerungsmessung an Schrauben entwickelt. Gemessen wird die Verlängerung der gesamten Schraube in mm. Für die Dehnungsmessung in Prozent an abgedrehten Schrauben empfiehlt sich stattdessen der MFA2 oder MicronXT. Die Schrauben benötigen im Kopf- und Fußbereich eine Senkung, zudem ist ein spezielles Spannzeug mit Fenster oberhalb und unterhalb der Schraube erforderlich.

MFI für Seile

Der MFI ist für die Dehnungsmessung an Seilen konzipiert. Die kreisförmige Anordnung der Schneiden sorgt für eine sichere Klemmung. Da Seile mit hoher Energie reißen können, muss das Gerät nach dem Übergang in die Plastizität von der Probe abgenommen werden.

Ausdünnung beim Tiefziehen
Ausdünnung und Riss beim Tiefziehprozes

Ausdünnung beim Tiefziehen

Für Umformprozesse – insbesondere Tiefziehprozesse ist die Bestimmung der Querdehnung sehr wichtig. Mit diesen Querkontraktionsmessern wird die Taillenbildung / Einschnürung bzw. R+N-Wert gemessen. So darf z. B. ein Blech während dem Tiefziehprozess nicht zu stark ausdünnen um einen Riss zu vermeiden.

MFQ H2
Anklemm-Querdehnungsmesser MFQ H2

MFQ H2

  • günstiges Anklemm-Gerät zur normkonformen Messung R+N-Werte
  • 2 Messsysteme – Mittelwertbildung per Y-Kabel
  • hochgenau – anderen System überlegen
MFQ H1
Anklemm-Querdehnungsmesser MFQ h1

MFQ H1

  • wie MFQ H2 – jedoch nur 1 Messsystem
MFQ A
Querdehnungsmesser MFQ-A automatisch i. V. m. Langewegdehnungsmesser

MFQ A

  • komfortabel automatisch anklemmend
  • normkonformen Messung R+N-Werte
  • 2 Messsysteme: Mittelwertbildung @ Y-Kabel
  • hochgenau – anderen System überlegen
PDF MFQ

PDF MFQ

  • Messung Breitenreduzierung Zugversuch
PDF MFQ-HR

PDF MFQ-HR

  • Messung Breitenreduzierung Zugversuch

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