Härteprüfgerät für industrielle und werkstofftechnische Prüfungen

Ein Härteprüfgerät dient zur Bestimmung der Härte eines Werkstoffes. Eine hohe Härte dient in der Regel als Verschleißschutz. Andererseits ist die Härte aber auch ein Indikator für die Verformbarkeit und ein Kriterium zur Beurteilung der Umformbarkeit, denn hart bedeutet in der Regel auch spröde und rissempfindlich. Härteprüfer messen den Widerstand eines Werkstoffes gegen das Eindringen eines Prüfkörpers unter definierten Bedingungen. Je nach Werkstoffart und Anforderung kommen verschiedene Verfahren wie Brinell, Vickers und Rockwell zum Einsatz.

Härteprüfgeräte und Härteprüfmaschinen für die Härteprüfung an verschiedensten Materialien
Härteprüfgeräte und Härteprüfmaschinen für die Härteprüfung an verschiedensten Materialien

Härteprüfgeräte in verschiedenen Ausführungen

Am Markt stehen verschiedene Härteprüfgeräte zur Verfügung, die sich hinsichtlich Bauweise, Automatisierungsgrad und Anwendungsbereich unterscheiden. Das Spektrum reicht von kompakten Tischmodellen für einfache Prüfaufgaben bis hin zu vollautomatisierten Systemen für den Dauereinsatz in Prüflaboren oder Fertigungslinien. Die Auswahl eines geeigneten Geräts richtet sich nach Werkstoff, Prüfverfahren, Probengeometrie und geforderter Prüfnorm.

Moderne Härteprüfgeräte verfügen über eine robuste mechanische Struktur, digitale Kraftaufbringung und anpassbare Prüfsoftware. Je nach Modell lassen sich vorgegebene Prüfabläufe speichern, automatisch ausführen und normkonform dokumentieren. Dadurch eignen sich die Geräte sowohl für Einzelprüfungen als auch für Serienanwendungen in der Qualitätssicherung.

Normen der Härteprüfung

Die Härteprüfung basiert auf internationalen Normen, die sicherstellen, dass Verfahren, Prüfkraft und Auswertung weltweit vergleichbar bleiben. Für gängige Verfahren wie Brinell, Vickers und Rockwell gibt es jeweils verbindliche Normen, die die Rahmenbedingungen exakt festlegen. Sie bilden die Grundlage für normkonforme Prüfabläufe und sind besonders relevant bei Qualitätssicherung, Produktfreigabe und Auditierungen.

Funktionen und Vorteile eines modernen Härteprüfgeräts

Ein modernes Härteprüfgerät ist darauf ausgelegt, präzise und normgerechte Messergebnisse bei minimalem Zeitaufwand zu liefern. Je nach Ausstattung unterstützt es sowohl Einzelprüfungen als auch automatisierte Prüfzyklen im Dauereinsatz. Vorbereitete Prüfprogramme lassen sich schnell aufrufen, was die Bedienung vereinfacht und die Prüfdauer verkürzt.

Bestimmte Modelle erkennen automatisch die Oberfläche des Prüflings und passen die Prüfkraft entsprechend an. Diese automatische Anpassung eignet sich besonders für Anwendungen mit hohem Probenaufkommen oder für Aufgaben, bei denen viele Eindrücke in kurzer Zeit nötig sind, zum Beispiel bei Härteverläufen oder Schweißnahtprüfungen.

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Kraftaufbringung über elektronische Messzelle mit geschlossenem Regelkreis
  • Große Auswahl an Auflagetischen und motorisch gesteuerten XY-Tischen
  • Normkonformität mit DIN EN ISO 6506-1 (Brinell), 6507-1 (Vickers), 6508-1 (Rockwell)
  • Hohe Zuverlässigkeit bei minimalem Wartungsaufwand
  • Erweiterbare Softwarefunktionen für spezifische Prüfanforderungen

Typische Einsatzbereiche eines Härteprüfgeräts

Härteprüfgeräte kommen in zahlreichen Industriezweigen zum Einsatz: In der Automobilindustrie dienen sie der Prüfung von Antriebswellen, Zahnrädern oder Federn, in der Luftfahrt der Qualitätskontrolle hochfester Aluminiumlegierungen. Auch in der Medizintechnik werden Implantatmaterialien auf ihre Härte geprüft. Weitere Einsatzfelder finden sich in der metallverarbeitenden Industrie, im Werkzeugbau sowie in Forschungseinrichtungen – jeweils zur Qualitätssicherung im Wareneingang, in der Fertigung oder in der Endkontrolle.

So finden Sie das richtige Härteprüfgerät für Ihre Anforderungen

Die Vielfalt der auf dem Markt erhältlichen Härteprüfgeräte sowie die unterschiedlichen Verfahren machen die Auswahl eines geeigneten Produkts zu einer anspruchsvollen Aufgabe, zumal nicht jedes Verfahren für alle Werkstoffarten gleichermaßen geeignet ist. Darüber hinaus erfordern spezifische Prüfaufgaben die Einhaltung bestimmter Kriterien und Rahmenbedingungen. Angesichts dieser Komplexität ist eine fachkundige Beratung unumgänglich, um eine fundierte Entscheidung zu treffen, die sowohl Ihr Budget als auch Ihre technischen Anforderungen berücksichtigt.

Wissen: Methoden der Härteprüfung im Überblick

Die Funktionsweise eines Härteprüfgerätes beruht auf der Messung des Widerstands, den ein Werkstoff einer einwirkenden Kraft entgegensetzt. Die gebräuchlichsten Härteprüfverfahren sind:

  • Brinell: Bei der Härteprüfung nach Brinell wird eine Hartmetallkugel mit einer definierten Prüfkraft beaufschlagt und in den Werkstoff eingedrückt. Die entstehende Kalottenabdruck wird an zwei Diagonalen optisch gemessen und daraus die Härte berechnet. Das Verfahren eignet sich besonders für weiche bis mittelharte Werkstoffe wie unlegierte Stähle, Aluminium etc. Dieses Verfahren wird häufig in der Schwerindustrie und bei der Herstellung von Gussteilen aus Eisen verwendet.
  • Vickers: Bei der Härteprüfung nach Vickers wird eine pyramidenförmige Diamantspitze mit einer bestimmten Kraft in den Werkstoff gedrückt. Der entstehende Pyramidenabdruck wird an zwei Diagonalen optisch gemessen und daraus die Härte berechnet. Es ist das vielseitigste Härteprüfverfahren, da es für Werkstoffe von extrem weich (Blei) bis extrem hart (Hartmetall, Keramik) verwendet werden kann. Vickers wird häufig in der Forschung und Entwicklung, in der Qualitätskontrolle und bei der Untersuchung dünner Oberflächenbeschichtungen verwendet. Die Prüfkräfte reichen von 1 g bis 120 kg. 
  • Rockwell: Bei der Härteprüfung nach Rockwell wird die Härte durch Tiefendifferenzmessung während der Prüfung ermittelt. Dazu wird ein Diamantkegel (oder eine Hartmetallkugel) mit einer definierten Vor- und Hauptkraft beaufschlagt und anschließend auf Vorlast entlastet. Das ursprüngliche Verfahren HRC (Härte Rockwell mit Conus) wurde durch Variation der Prüfkräfte, Kegel und/oder Hartmetallkugeln modifiziert und ist somit auch für mittelharte oder weiche Metalle anwendbar. Das Rockwell-Verfahren (HRC) ist das am häufigsten angewandte Rockwell-Prüfverfahren und wird in der Regel für die Prüfung sehr harter Produkte wie Kugellager, Kurbelwellen, Federstähle, Messer usw. verwendet.

Ergänzend bieten unsere Wissensseiten eine solide Basis für ein grundlegendes Verständnis der verschiedenen Härteprüfverfahren und ihrer Anwendbarkeit auf unterschiedliche Metalle, so dass Sie eine sinnvolle Vorauswahl treffen können, bevor Sie sich für eine individuelle Beratung entscheiden.

Härteprüfgerät kaufen bei SCHÜTZ+LICHT

Seit 1970 ist unser Unternehmen auf die Lieferung und den Service von neuen und gebrauchten Werkstoffprüfmaschinen spezialisiert und seit 2006 Haupthändler in Deutschland für INNOVATEST-Härteprüfgeräte.

Neben Härteprüfgeräten bietet SCHÜTZ+LICHT weitere Prüfgeräte für die Werkstoffprüfung an:

Vorteile der Härteprüfgeräte von SCHÜTZ+LICHT

Seit 1970 ist SCHÜTZ+LICHT auf die Lieferung und den Service von neuen und gebrauchten Werkstoffprüfmaschinen spezialisiert – mit einem besonderen Fokus auf Härteprüfgeräte und Zugprüfmaschinen. Seit 2006 sind wir exklusiver Haupthändler für INNOVATEST in Deutschland. Mit einem Kauf bei SCHÜTZ+LICHT profitieren Sie von diesen Vorteilen:

Gelebte Qualität

Alle INNOVATEST-Härteprüfgeräte werden mit 2 Jahren Gewährleistung geliefert, optional ist eine Verlängerung möglich.

Erfahrung seit 1970

Professionelle Prüfung, ob die Härteprüfaufgabe normkonform und rationell durchgeführt werden kann.

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Unsere Ausstattungen bieten das günstigste Qualitäts-Preis-Niveau.

Unser Know-how

Bei uns erhalten Sie Applikationsberatung mit über 50 Jahren Erfahrung.

DAkkS-Prüfungszeugnis

Die Lieferung erfolgt inklusive DAkkS-Prüfzeugnis und detailliertem Training.

Kostenloser Support

Kalibrierkunden erhalten kostenlosen Support.

Häufige Fragen zum Härteprüfgerät

Welches Metall-Härteprüfgerät ist für meine Bedürfnisse geeignet?

Bei manuell zu bedienenden Geräten muss jede einzelne Prüfung vom Bediener ausgelöst werden. Für gelegentliche Prüfungen sind diese preiswerteren Härteprüfgeräte die erste Wahl.

Für ein hohes Prüfaufkommen möchten wir auf unsere vollautomatischen Härteprüfgeräte hinweisen, die schnell mehrere Arbeitsstunden pro Tag einsparen können. Auch qualifiziertes Personal wird immer knapper, deshalb muss der Personaleinsatz durch Automatisierung optimiert werden und die Bedienung sollte auch durch angelerntes Personal fehlerfrei möglich sein. Wir empfehlen Ihnen, sich von einem Experten beraten zu lassen, um die optimale Auswahl für Ihre Anforderungen zu treffen.

Warum soll ich mich für ein Härteprüfgerät von INNOVATEST entscheiden?

Ein Härteprüfgerät von INNOVATEST wird in den Niederlanden nach europäischen Qualitätsstandards hergestellt und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Hohe mechanische Qualität für lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit
  • Intuitive Bedienung: einfache Einarbeitung auch bei komplexen Prüfaufgaben
  • Weltweit einzigartige Ausstattungsmerkmale und Innovationen
  • Gewährleistung von 2 Jahren – optional erweiterbar auf bis zu 25 Jahre, ohne zusätzlichen Rahmenvertrag

Wer kalibriert mein Härteprüfgerät und wie bekomme ich Ersatzteile?

Die Bevorratung von typischen Ersatzteilen erfolgt bei SCHÜTZ+LICHT. Andere Ersatzteile können in der Regel innerhalb eines Tages aus Maastricht per Express versandt werden.

In der Regel werden die Ersatzteile von unseren Servicetechnikern eingebaut. Einfache Reparaturen (Austausch eines Netzteils, von Objektiven, etc.) können jedoch auch vom Bediener oder Ihrer Instandhaltung durchgeführt werden. Die DAkkS-Kalibrierung und Wartung der Geräte werden von SCHÜTZ+LICHT durchgeführt, in besonderen Fällen mit Unterstützung des Herstellers.

In ca. 90% aller „Störungen“ ist jedoch eine Fehlerbehebung per Fernwartung (Teamviewer) möglich. Hierfür muss lediglich (temporär) ein Internetzugang geschaffen werden.

Wie oft muss ein Härteprüfgerät kalibriert werden?

Härteprüfgeräte sollten regelmäßig kalibriert werden, um normgerechte und zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten. In der Regel erfolgt die Kalibrierung jährlich, abhängig von Einsatzhäufigkeit und internen Qualitätsrichtlinien. Für zertifizierte Prüfungen ist eine Kalibrierung nach DAkkS-Standard erforderlich.

Welche Voraussetzungen braucht ein Prüfplatz für ein Härteprüfgerät?

Ein geeigneter Prüfplatz sollte über eine vibrationsarme, ebene Aufstellfläche verfügen und vor starken Temperaturschwankungen geschützt sein. Für automatisierte Geräte sind zudem stabile Stromanschlüsse und ggf. ein Netzwerkzugang erforderlich. Bei schweren Modellen empfehlen wir Ihnen eine Aufstellung auf einem speziellen Maschinentisch oder Untergestell.

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