Härteprüfgerät für industrielle und werkstofftechnische Prüfungen

Ein Härteprüfgerät dient zur Bestimmung der Härte eines Werkstoffes. Eine hohe Härte dient in der Regel als Verschleißschutz. Andererseits ist die Härte aber auch ein Indikator für die Verformbarkeit und ein Kriterium zur Beurteilung der Umformbarkeit, denn hart bedeutet in der Regel auch spröde und rissempfindlich. Härteprüfer messen den Widerstand eines Werkstoffes gegen das Eindringen eines Prüfkörpers unter definierten Bedingungen. Je nach Werkstoffart und Anforderung kommen verschiedene Verfahren wie Brinell, Vickers, Rockwell und Knoop zum Einsatz.

Härteprüfgeräte und Härteprüfmaschinen für die Härteprüfung an verschiedensten Materialien
Härteprüfgeräte und Härteprüfmaschinen für die Härteprüfung an verschiedensten Materialien

Das Wichtigste zu Härteprüfgeräten auf einen Blick

  • Härteprüfgeräte bestimmen die Härte eines Werkstoffs durch das kontrollierte Eindringen eines Prüfkörpers unter definierter Kraft.
  • Die gängigsten Verfahren sind Brinell, Vickers und Rockwell. Jedes ist für bestimmte Werkstoffe und Prüfaufgaben ausgelegt.
  • Welches Verfahren geeignet ist, hängt von Werkstoff, Probengeometrie und der geforderten Norm ab.
  • Gültige Prüfnormen sind u. a. DIN EN ISO 6506 (Brinell), 6507 (Vickers) und 6508 (Rockwell).
  • Härteprüfgeräte müssen regelmäßig kalibriert werden, die Anforderungen dazu sind normativ geregelt.

Härteprüfgeräte in verschiedenen Ausführungen

Am Markt stehen verschiedene Härteprüfgeräte zur Verfügung, die sich hinsichtlich Bauweise, Automatisierungsgrad und Anwendungsbereich unterscheiden. Das Spektrum reicht von kompakten Tischmodellen für einfache Prüfaufgaben bis hin zu vollautomatisierten Systemen für den Dauereinsatz in Prüflaboren oder Fertigungslinien. Die Auswahl eines geeigneten Geräts richtet sich nach Werkstoff, Prüfverfahren, Probengeometrie und geforderter Prüfnorm.

Moderne Härteprüfgeräte verfügen über eine robuste mechanische Struktur, digitale Kraftaufbringung und anpassbare Prüfsoftware. Je nach Modell lassen sich vorgegebene Prüfabläufe speichern, automatisch ausführen und normkonform dokumentieren. Dadurch eignen sich die Geräte sowohl für Einzelprüfungen als auch für Serienanwendungen in der Qualitätssicherung.

Normen der Härteprüfung

Die Härteprüfung ist durch internationale Normen geregelt, die Prüfverfahren, Kraftaufbringung und Auswertung verbindlich festlegen. Nur so sind Messergebnisse zwischen verschiedenen Laboren, Standorten und Ländern vergleichbar.

Die wichtigsten Normen im Überblick:

  • DIN EN ISO 6506 – Härteprüfung nach Brinell
  • DIN EN ISO 6507 – Härteprüfung nach Vickers
  • DIN EN ISO 6508 – Härteprüfung nach Rockwell
  • DIN EN ISO 4545 – Härteprüfung nach Knoop

Die Einhaltung dieser Normen ist besonders relevant bei der Qualitätssicherung, der Produktfreigabe und bei externen Auditierungen.

Funktionen eines modernen Härteprüfgeräts

Moderne Härteprüfgeräte liefern präzise, normgerechte Messergebnisse und sind sowohl für Einzelprüfungen als auch für automatisierte Prüfzyklen im Dauereinsatz ausgelegt. Gespeicherte Prüfprogramme lassen sich schnell aufrufen und reduzieren den manuellen Aufwand deutlich.

Bestimmte Modelle erkennen die Probenoberfläche automatisch und passen die Prüfkraft entsprechend an – ein Vorteil bei hohem Probenaufkommen oder bei Prüfaufgaben mit vielen Eindrücken in kurzer Zeit, etwa bei Härteverlaufsprüfungen oder der Schweißnahtprüfung.

Die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Kraftaufbringung über elektronische Messzelle mit geschlossenem Regelkreis
  • Große Auswahl an Auflagetischen und motorisch gesteuerten XY-Tischen
  • Normkonformität mit DIN EN ISO 6506-1 (Brinell), 6507-1 (Vickers), 6508-1 (Rockwell)
  • Hohe Zuverlässigkeit bei minimalem Wartungsaufwand
  • Erweiterbare Softwarefunktionen für spezifische Prüfanforderungen

Typische Einsatzbereiche eines Härteprüfgeräts

Härteprüfgeräte sind in nahezu allen metallverarbeitenden Branchen im Einsatz:

  • Automobilindustrie: Prüfung von Antriebswellen, Zahnrädern, Federn und Kurbelwellen
  • Luftfahrt: Qualitätskontrolle hochfester Aluminiumlegierungen und sicherheitsrelevanter Bauteile
  • Medizintechnik: Härteprüfung an Implantatmaterialien und chirurgischen Instrumenten
  • Werkzeugbau: Überprüfung von Werkzeugstählen und Schneidwerkzeugen nach Wärmebehandlung
  • Metallverarbeitende Industrie: Qualitätssicherung an Halbzeugen, Gussteilen und Schweißnähten
  • Forschung & Entwicklung: Werkstoffcharakterisierung und Schichtdickenmessungen im Labor

So finden Sie das richtige Härteprüfgerät für Ihre Anforderungen

Die Auswahl eines geeigneten Härteprüfgeräts hängt von mehreren Faktoren ab: dem zu prüfenden Werkstoff, der Probengeometrie, den geforderten Prüfnormen und dem geplanten Einsatzumfeld. Nicht jedes Verfahren ist für jeden Werkstoff geeignet, und bestimmte Prüfaufgaben stellen zusätzliche Anforderungen an Gerät und Zubehör.

Die wichtigsten Auswahlkriterien im Überblick:

  • Werkstoff: Härte, Homogenität und Gefüge bestimmen das geeignete Verfahren
  • Probengeometrie: Größe, Form und Zugänglichkeit der Prüffläche beeinflussen die Gerätewahl
  • Prüfnorm: Branchen- oder kundenspezifische Normanforderungen grenzen die möglichen Verfahren ein
  • Automatisierungsgrad: Einzelprüfung oder Serienbetrieb mit hohem Probenaufkommen
  • Aufstellbedingungen: Platzverhältnisse, Schwingungsfreiheit und Temperaturstabilität am Prüfplatz

Methoden der Härteprüfung im Überblick

Die Funktionsweise eines Härteprüfgeräts beruht auf der Messung des Widerstands, den ein Werkstoff einer einwirkenden Kraft entgegensetzt. Je nach Werkstoff, Bauteilgeometrie und geforderter Norm kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

Brinell

Eine Hartmetallkugel wird mit definierter Prüfkraft in den Werkstoff gedrückt. Der entstehende Kugelkalottenabdruck wird optisch an zwei Diagonalen gemessen und daraus der Härtewert berechnet. Das Verfahren eignet sich für weiche bis mittelharte Werkstoffe – typische Anwendungsfelder sind Gussteile aus Eisen sowie unlegierte Stähle und Aluminiumlegierungen.

Vickers

Eine pyramidenförmige Diamantspitze wird mit definierter Kraft in die Werkstoffoberfläche gedrückt. Der Pyramidenabdruck wird optisch ausgewertet. Vickers gilt als das vielseitigste Verfahren: Der Prüfkraftbereich reicht von 0,001 kgf bis 120 kgf, womit sich Werkstoffe von sehr weich (z. B. Blei) bis sehr hart (z. B. Hartmetall, Keramik) prüfen lassen. Eingesetzt wird es unter anderem für dünne Beschichtungen, Randschichten und in der Forschung. 

Rockwell

Die Härte wird durch Tiefendifferenzmessung ermittelt: Ein Diamantkegel oder eine Hartmetallkugel wird mit Vor- und Hauptkraft belastet und anschließend auf Vorlast entlastet. Das Verfahren HRC ist die am häufigsten eingesetzte Variante – typische Anwendungen sind Kugellager, Kurbelwellen, Federstähle und Werkzeuge. Durch Variation von Prüfkraft und Eindringkörper ist Rockwell auch für mittelharte und weiche Metalle anwendbar.

Knoop

Knoop verwendet einen rhombischen Diamanteindringkörper und arbeitet wie Vickers im Kleinlast- und Mikrohärtebereich. Das Verfahren eignet sich besonders für spröde Werkstoffe wie Keramik sowie für sehr dünne Schichten, bei denen eine Rissbildung durch den Eindruck vermieden werden muss.

Sie möchten noch weitere Infos zu den einzelnen Härteprüfverfahren haben?

Unter den folgenden Links können Sie Ihr Wissen rund um die Härteprüfverfahren vertiefen.

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Seit 1970 ist unser Unternehmen auf die Lieferung und den Service von neuen und gebrauchten Werkstoffprüfmaschinen spezialisiert und seit 2006 Haupthändler in Deutschland für INNOVATEST-Härteprüfgeräte.

Neben Härteprüfgeräten bietet SCHÜTZ+LICHT weitere Prüfgeräte für die Werkstoffprüfung an:

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Seit 1970 ist SCHÜTZ+LICHT auf die Lieferung und den Service von neuen und gebrauchten Werkstoffprüfmaschinen spezialisiert – mit einem besonderen Fokus auf Härteprüfgeräte und Zugprüfmaschinen. Seit 2006 sind wir exklusiver Haupthändler für INNOVATEST in Deutschland. Mit einem Kauf bei SCHÜTZ+LICHT profitieren Sie von diesen Vorteilen:

Gelebte Qualität

Alle INNOVATEST-Härteprüfgeräte werden mit 2 Jahren Gewährleistung geliefert, optional ist eine Verlängerung möglich.

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Kostenloser Support

Kalibrierkunden erhalten kostenlosen Support.

Wolfram Schütz
Autor

Wolfram Schütz

Wolfram Schütz verfügt über langjährige Erfahrung in der Werkstoffprüfung und Materialprüftechnik. Er beschäftigt sich intensiv mit Prüfverfahren, Normen und der praktischen Anwendung moderner Prüfmaschinen in Industrie und Forschung.

Häufige Fragen zum Härteprüfgerät

Welches Metall-Härteprüfgerät ist für meine Bedürfnisse geeignet?

Bei manuell zu bedienenden Geräten muss jede einzelne Prüfung vom Bediener ausgelöst werden. Für gelegentliche Prüfungen sind diese preiswerteren Härteprüfgeräte die erste Wahl.

Für ein hohes Prüfaufkommen möchten wir auf unsere vollautomatischen Härteprüfgeräte hinweisen, die schnell mehrere Arbeitsstunden pro Tag einsparen können. Auch qualifiziertes Personal wird immer knapper, deshalb muss der Personaleinsatz durch Automatisierung optimiert werden und die Bedienung sollte auch durch angelerntes Personal fehlerfrei möglich sein. Wir empfehlen Ihnen, sich von einem Experten beraten zu lassen, um die optimale Auswahl für Ihre Anforderungen zu treffen.

Warum soll ich mich für ein Härteprüfgerät von INNOVATEST entscheiden?

Ein Härteprüfgerät von INNOVATEST wird in den Niederlanden nach europäischen Qualitätsstandards hergestellt und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Hohe mechanische Qualität für lange Lebensdauer und Zuverlässigkeit
  • Intuitive Bedienung: einfache Einarbeitung auch bei komplexen Prüfaufgaben
  • Weltweit einzigartige Ausstattungsmerkmale und Innovationen
  • Gewährleistung von 2 Jahren – optional erweiterbar auf bis zu 25 Jahre, ohne zusätzlichen Rahmenvertrag

Wer kalibriert mein Härteprüfgerät und wie bekomme ich Ersatzteile?

Die Bevorratung von typischen Ersatzteilen erfolgt bei SCHÜTZ+LICHT. Andere Ersatzteile können in der Regel innerhalb eines Tages aus Maastricht per Express versandt werden.

In der Regel werden die Ersatzteile von unseren Servicetechnikern eingebaut. Einfache Reparaturen (Austausch eines Netzteils, von Objektiven, etc.) können jedoch auch vom Bediener oder Ihrer Instandhaltung durchgeführt werden. Die DAkkS-Kalibrierung und Wartung der Geräte werden von SCHÜTZ+LICHT durchgeführt, in besonderen Fällen mit Unterstützung des Herstellers.

In ca. 90% aller „Störungen“ ist jedoch eine Fehlerbehebung per Fernwartung (Teamviewer) möglich. Hierfür muss lediglich (temporär) ein Internetzugang geschaffen werden.

Wie oft muss ein Härteprüfgerät kalibriert werden?

Härteprüfgeräte sollten regelmäßig kalibriert werden, um normgerechte und zuverlässige Ergebnisse zu gewährleisten. In der Regel erfolgt die Kalibrierung jährlich, abhängig von Einsatzhäufigkeit und internen Qualitätsrichtlinien. Für zertifizierte Prüfungen ist eine Kalibrierung nach DAkkS-Standard erforderlich.

Welche Voraussetzungen braucht ein Prüfplatz für ein Härteprüfgerät?

Ein geeigneter Prüfplatz sollte über eine vibrationsarme, ebene Aufstellfläche verfügen und vor starken Temperaturschwankungen geschützt sein. Für automatisierte Geräte sind zudem stabile Stromanschlüsse und ggf. ein Netzwerkzugang erforderlich. Bei schweren Modellen empfehlen wir Ihnen eine Aufstellung auf einem speziellen Maschinentisch oder Untergestell.

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