Normen der Härteprüfung

Normen machen Härtewerte vergleichbar. Eine Härteprüfung liefert nur dann belastbare Ergebnisse, wenn Prüfkörper, Prüfkraft, Prüfablauf, Auswertung und Dokumentation eindeutig festgelegt sind. Genau dafür gibt es Normen zur Härteprüfung. Sie definieren, wie ein Verfahren durchgeführt wird und welche Anforderungen an Härteprüfer, Proben und Messergebnisse gelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Normen legen fest, wie eine Härteprüfung durchgeführt und ausgewertet wird.
  • Für Brinell, Vickers und Rockwell gelten jeweils eigene Normreihen.
  • Eine normgerechte DIN-Härteprüfung ist besonders wichtig für Qualitätssicherung, Prüfberichte und Audits.
  • Der Härtewert sollte immer mit Verfahren, Skala und Prüfbedingungen angegeben werden.
  • Die passende Norm hängt vom Prüfverfahren, Werkstoff, Bauteil und Prüfziel ab.

Warum Normen in der Härteprüfung wichtig sind

Ein Härtewert ist ohne Prüfkontext nur eingeschränkt aussagekräftig. Entscheidend ist nicht allein der Zahlenwert, sondern auch das Verfahren, mit dem er ermittelt wurde. Normen schaffen dafür klare Rahmenbedingungen.

Sie legen fest, wie die Prüfung vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet wird. Dadurch lassen sich Messergebnisse besser vergleichen, dokumentieren und gegenüber internen Vorgaben, Kundenanforderungen oder Auditstellen nachvollziehbar darstellen. Besonders in der industriellen Qualitätssicherung ist eine normgerechte Härteprüfung deshalb ein zentraler Bestandteil verlässlicher Werkstoffprüfung.

Die wichtigsten Normen der Härteprüfung im Überblick

Für die gängigen Verfahren der Härteprüfung sind vor allem diese Normen relevant:

  • DIN EN ISO 6506 regelt die Härteprüfung nach Brinell. Das Verfahren wird vor allem bei metallischen Werkstoffen eingesetzt und ist für stationäre sowie mobile Härteprüfmaschinen beschrieben.
  • DIN EN ISO 6507 beschreibt die Härteprüfung nach Vickers. Die Norm ist für metallische Werkstoffe ausgelegt und umfasst unterschiedliche Prüfkraftbereiche.
  • DIN EN ISO 6508 gilt für die Härteprüfung nach Rockwell und Super-Rockwell. Sie beschreibt verschiedene Rockwell-Skalen für metallische Werkstoffe und ist für stationäre sowie tragbare Prüfmaschinen anwendbar.
  • DIN EN ISO 4545 behandelt die Härteprüfung nach Knoop. Das Verfahren wird vor allem bei kleinen Prüfeindrücken und niedrigen Prüfkräften eingesetzt.
  • ASTM E10, ASTM E18 und ASTM E384 sind wichtige amerikanische Normen im Umfeld der Härteprüfung. Sie betreffen Brinell, Rockwell sowie Mikrohärteprüfungen nach Vickers und Knoop.
Normen legen fest, unter welchen Bedingungen Härteprüfungen durchgeführt, ausgewertet und dokumentiert werden.
Normen legen fest, unter welchen Bedingungen Härteprüfungen durchgeführt, ausgewertet und dokumentiert werden.

Was regeln Normen bei der Härteprüfung?

Eine Norm zur Härteprüfung beschreibt nicht nur das Prüfverfahren selbst. Sie definiert auch die Bedingungen, unter denen ein Härtewert gültig, nachvollziehbar und vergleichbar ist.

Typische Inhalte sind:

  • Art und Geometrie des Prüfkörpers
  • Prüfkraft und Krafteinwirkzeit
  • Anforderungen an Probe und Oberfläche
  • Mindestabstände zwischen Prüfeindrücken und zu Bauteilkanten
  • Auswertung des Härtewerts
  • Angaben im Prüfbericht
  • Anforderungen an Prüfmaschine, Eindringkörper und Referenzplatten

Damit beeinflusst die Norm nicht nur die Messung, sondern auch die Auswahl des passenden Härteprüfers und der geeigneten Prüfsoftware.

Welche Norm ist für welche Prüfaufgabe relevant?

Die passende Norm ergibt sich in erster Linie aus dem gewählten Prüfverfahren. Bei einer Brinell-Prüfung ist eine andere Norm relevant als bei einer Vickers- oder Rockwell-Prüfung. Zusätzlich spielen Werkstoff, Bauteilgeometrie, Prüfkraftbereich und geforderte Ergebnisangabe eine Rolle.

Prüfaufgabe Relevante Norm
Brinell-Härteprüfung DIN EN ISO 6506
Vickers-Härteprüfung DIN EN ISO 6507
Rockwell-Härteprüfung DIN EN ISO 6508
Knoop-Härteprüfung DIN EN ISO 4545
Brinell-Prüfung nach ASTM ASTM E10
Rockwell-Prüfung nach ASTM ASTM E18
Mikrohärteprüfung nach ASTM ASTM E384

Normgerechte Ergebnisse richtig dokumentieren

Ein Härtewert sollte nicht isoliert angegeben werden. Für eine nachvollziehbare Bewertung gehören das Prüfverfahren, die Skala, die Prüfkraft und weitere relevante Prüfbedingungen zur Ergebnisangabe. Je nach Verfahren können zusätzliche Angaben erforderlich sein, zum Beispiel zur Einwirkdauer oder zur Art des Prüfkörpers.

Eine vollständige Dokumentation ist besonders wichtig, wenn Ergebnisse für Prüfberichte, Lieferantennachweise, Reklamationen oder Audits verwendet werden. Sie macht nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen die Härteprüfung durchgeführt wurde.

Häufige Fehler im Umgang mit Normen

Fehler entstehen häufig nicht durch das Härteprüfgerät selbst, sondern durch eine ungeeignete Anwendung der Norm. Typische Ursachen sind eine falsche Verfahrensauswahl, eine ungeeignete Probenoberfläche oder eine unvollständige Ergebnisangabe.

Auch Umwertungen zwischen verschiedenen Härteskalen sollten kritisch betrachtet werden. Härtewerte aus unterschiedlichen Verfahren sind nicht automatisch direkt vergleichbar. Eine Umwertung ist nur dann sinnvoll, wenn Werkstoff, Prüfbedingungen und zugrunde liegende Norm dies zulassen.

Beratung zur normgerechten Härteprüfung

Eine normgerechte Härteprüfung beginnt bei der Auswahl des passenden Verfahrens. Danach müssen Härteprüfgerät, Prüfkörper, Kraftbereich, Probenaufnahme, Software und Dokumentation zur jeweiligen Norm passen.

SCHÜTZ+LICHT unterstützt bei der Auswahl geeigneter Härteprüfer und bei der praktischen Umsetzung normgerechter Prüfabläufe.

Wolfram Schütz
Autor

Wolfram Schütz

Wolfram Schütz verfügt über langjährige Erfahrung in der Werkstoffprüfung und Materialprüftechnik. Er beschäftigt sich intensiv mit Prüfverfahren, Normen und der praktischen Anwendung moderner Prüfmaschinen in Industrie und Forschung.

Häufig gestellte Fragen zu den Normen DIN der Härteprüfung

Welche Norm gilt für die Härteprüfung?

Das hängt vom Prüfverfahren ab. Für Brinell ist DIN EN ISO 6506 relevant, für Vickers DIN EN ISO 6507 und für Rockwell DIN EN ISO 6508.

Warum sind Normen bei der Härteprüfung wichtig?

Normen legen Prüfbedingungen, Auswertung und Dokumentation fest. Dadurch werden Härtewerte nachvollziehbar, vergleichbar und prüfbar.

Was bedeutet DIN Härteprüfung?

Eine DIN Härteprüfung bezeichnet eine Härteprüfung, die nach einer in Deutschland gültigen DIN-Norm durchgeführt wird. Häufig handelt es sich dabei um DIN EN ISO Normen, die international abgestimmte Prüfverfahren beschreiben.

Welche Angaben gehören zu einem normgerechten Härtewert?

Dazu gehören je nach Verfahren der Härtewert, das Prüfverfahren, die Skala, die Prüfkraft, der Prüfkörper und weitere relevante Prüfbedingungen.

Welche Norm gilt für die Überprüfung von Härteprüfgeräten?

Die Anforderungen an die Überprüfung von Härteprüfmaschinen sind in den jeweiligen Normreihen geregelt. Für Brinell, Vickers und Rockwell gibt es eigene Teile zur Überprüfung der Prüfmaschinen.

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